Giebeleinsturz am Mühlenbesitzerhaus
Autor: Jürgen PatzlaffDas seit Jahren leer stehende Wohnhaus durfte wegen des Denkmalschutzes bisher nicht abgerissen werden, obwohl eine Sanierung nach meiner Meinung nicht mehr wirtschaftlich möglich war. Endlich, am Freitag dem 13.8.2010 erhielt die Besitzerin die lang beantragte Abrissgenehmigung.
Trotzdem ist es sehr schade um dieses, die Mühlenstrasse prägendes Gebäude. Schließlich steht es auf einem Grundstück, dass der Strasse den Namen gab. Aus dem Wohnhaus heraus konnte man die ganze heutige Mühlenstrasse überblicken und jeden zur Mühle kommenden Bauern früh sehen. Die dazugehörige Windmühle stand Richtung Havel auf einer kleinen Anhöhe und wurde um 1925 abgerissen.
Schon in einem Plan von 1737 ist der Mühlenstandort verzeichnet und lag ausserhalb der Stadtbefestigung bzw. des Stadtgrabens und war über eine Brücke zu erreichen. Erst nach Verlegung der Stadtgrabens zur heutigen Lage, wurde nach 1870/71 die Mühlenstrasse beidseitig bebaut. Die ersten Grundstücke vom Kietz her grenzten noch an das Havelufer und hatten Ringe in den Ufermauern zur Befestigung der Fischerkähne. Um 1880 wurde das Gelände der heutigen Festwiese, des Schulsportplatzes, der Badeanstalt sowie das ehemalige Sägewerksgelände aufgespühlt und nach einem Gerichtsbeschluss von 1897 der Mühlensteig (zwischen den Gärten und Festwiese, bzw. Sportplatz) angelegt.
Mit diesem, nun kurz bevorstehenden Abriss des Gebäudes hat Pritzerbe wieder ein Stück Geschichte verloren.
Als Anmerkung: Ich bin in diesem Haus geboren und habe dort meine ersten fünf Lebensjahre verbracht. J.P.


Giebeleinsturz am Mühlenbesitzerhaus